Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Experiment mit VW e-Golf – das ist der größte Kritikpunkt

Die Ostfalia hat über Monate hinweg Menschen aus dem Landkreis Wolfenbüttel E-Autos testen lassen. Die Testfahrer haben drei große Kritikpunkte.
Die Ostfalia hat über Monate hinweg Menschen aus dem Landkreis Wolfenbüttel E-Autos testen lassen. Die Testfahrer haben drei große Kritikpunkte.
Foto: Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

Wolfenbüttel. VW und andere große Automobilkonzerte setzen mehr und mehr auf E-Mobilität. Doch Elektroautos sind noch immer mit Vorurteilen behaftet. Oder zumindest die Bedingungen.

Gibt es ausreichend Ladesäulen? Haben die Autos genug Reichweite? Sind sie nicht viel zu teuer? Das Centrum für Energie und Mobilität der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften wollte es genauer wissen und hat das Projekt „Sieben Tage unter Strom – Testen Sie selbst“ ins Leben gerufen. Knapp zwei Jahre lang durften Menschen aus dem Kreis Wolfenbüttel jeweils für eine Woche einen VW e-Golf testen. Das Ergebnis fällt positiv aus. Doch es gibt auch Kritik.

Kreis Wolfenbüttel: Ostfalia stellt e-Autos auf den Prüfstand

Das Centrum für Energie und Mobilität hatte es sich zum Ziel gemacht, Vorurteile gegenüber der E-Mobilität abzubauen. Dafür konnten Testteilnehmer je eine Woche lang einen von der Ostfalia gestellten e-Golf nutzen und ihn auf Herz und Nieren prüfen. Zwei Autos hat die Hochschule dafür zur Verfügung gestellt.

Eckdaten der Studie:

  • Zeitraum: März 2019 bis Januar 2021
  • Testdauer: je eine Woche
  • 321 Personen aus dem Landkreis Wolfenbüttel haben sich beworben
  • einige Zeit musste der Verleih wegen der Corona-Pandemie pausieren, 157 Fahrer konnten trotzdem am Projekt teilnehmen

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Direkt nach der Testwoche sollten die Teilnehmer Frageböden ausfüllen und Feedback geben. Bei den Fragen ging es vor allem darum, herauszufinden, wie sich die Einstellung der Nutzer zur E-Moblität verändert hat – oder ob sich nichts getan hat. Das erfolgte anhand einer Skala von eins bis fünf. Der Wert drei bedeutet, dass sich an der Einstellung nichts geändert hat. Eine Zahl kleiner als drei zeigt an, dass die Einstellung positiver geworden ist, eine Zahl größer als drei, gibt das eine Verschlechterung an.

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Das sind die größten Kritikpunkte der Testfahrer

Bei der Umfrage kristallisierten sich vor allem drei Kritikpunkte heraus: Mangel an öffentlichen Ladestationen (3,5), Preise von E-Autos (3,4) und die Reichweite (3,3). Projektmanager Hauke Wischer betont jedoch, dass die Ergebnisse noch relativiert werden könnten.

Er erklärt, dass sich die Anzahl der öffentlichen Ladestationen in Deutschland von 20.000 Anfang 2019 auf 40.000 im Februar 2021 verdoppelt hat. Außerdem seien seit Beginn des Projekts Förderinstrumente wie der Umweltbonus geschaffen worden, das würde den Preis eines E-Autos deutlich senken. Ebenso hätten sich die Batteriekapazitäten in den vergangenen zwei Jahren tendenziell erhöht, so dass auch die Reichweite besser geworden sei.

Hier schneiden die E-Autos besonders positiv ab

Positiv hingegen haben die Nutzer die Aspekte „Laden zu Hause ist einfach“ (1,8), „Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen“ (1,7) und „E-Autos machen Freude“ (1,2) bewertet. Eine zusätzliche Umfrage hat laut Ostfalia gezeigt, dass sich mehrere Menschen nach dem Test dazu entschieden haben, ein Elektrofahrzeug zu kaufen:

  • 87 Personen nahmen an der Umfrage teil
  • 28 von ihnen kauften sich ein neues oder gebrauchtes Auto, darunter haben sich elf Personen für einen Verbrenner entschieden, fünf für einen Plug-In-Hybrid und elf für ein Elektroauto

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Die Ostfalia zeigt sich zufrieden mit dem Projekt: „Obwohl die Ergebnisse aufgrund der geringen Zahl der Teilnehmenden nicht repräsentativ sind, zeigt sich doch ein beeindruckender Erfolg des Projekts. Der Anteil von Elektrofahrzeugen an neu gekauften Fahrzeugen nach Projektteilnahme liegt deutlich über dem Durchschnitt an Neuzulassungen im Jahr 2020 von 6,7 Prozent in Deutschland“, sagt Hauke Wischer. (abr)