Wolfenbüttel 

Wolfenbüttel: Läuft der Streit um das Jägermeister-Logo aus dem Ruder? „Werden darum kämpfen“

Wolfenbüttel: Jägermeister sieht sein Hirsch-Logo kopiert – und geht dagegen vor.
Wolfenbüttel: Jägermeister sieht sein Hirsch-Logo kopiert – und geht dagegen vor.
Foto: IMAGO / ZUMA Wire

Wolfenbüttel. Was haben Agavenschnaps und Kräuterlikör von Jägermeister aus Wolfenbüttel gemeinsam? Eigentlich nichts.

Doch in Wolfenbüttel sieht man das etwas anders: Für Jägermeister ist das Logo eines jungen Start-ups ein großer Dorn im Auge.

Wolfenbüttel: Jägermeister-Hirsch sorgt für Ärger

Als das Start-up „Selva Negra“ aus Stuttgart ihre Marke beim europäischen Markenamt anmeldete, war der Schnapshersteller aus Wolfenbüttel gar nicht erfreut. Denn: Das Logo auf der Agavenschnapsflasche der Stuttgarter sei dem von Jägermeister viel zu ähnlich, wie Sprecherin Andrea Ostheer gegenüber news38.de erklärte. „Dominierend in der Marke ist die Abbildung eines Hirschkopfes, der direkt von vorne gezeigt wird, also frontal auf den Betrachter schaut“, so Ostheer weiter.

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In Kombination von rechteckiger Form und den Farben Rot, Orange und Grün sei die „Verwechslungsgefahr zu groß und die Ausnutzung der bekannten Marke aus unserer Sicht gegeben“, heißt es weiter. Jägermeister versuchte nach eigenen Angaben, auf das Start-up „Selva Negra“ zuzugehen – und bat die beiden Gründer zu einem Gespräch. Im Oktober kam dies mit einem der Gründer, Sebastian Dresel, zustande. Dabei sollte virtuell eigentlich eine Lösung für das Logo-Problem gefunden werden...

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Das ist Jägermeister:

  • Kräuterlikör
  • seit 1935 auf dem Markt
  • enthält 35 % vol. Alkohol
  • Stammsitz: Im niedersächsischen Wolfenbüttel
  • besteht aus 35 Kräutern
  • Zutaten sind unter anderem: Süßholz, Zimt, Ingwer, Wacholder und Kamille

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Gespräch über Logo-Ärger ergab keine Einigung

Doch: Geeinigt habe man sich nicht, wie „Selva Negra“-Gründer Sebastian Dresel gegenüber news38.de bestätigte. Denn das Start-up könne die Begründungen des Wolfenbüttler-Unternehmens gar nicht verstehen. Bei dem Agavenschnaps-Logo handele es sich nämlich überhaupt nicht um einen Hirsch: „Auf unserem Logo sieht man einen Stier“, so Dresel weiter. Der Schnaps orientiere sich ebenfalls an ganz anderen Themen im Vergleich zu Jägermeister: Es gehe um die Verbindung von Mexiko, Deutschland, dem Schwarzwald, den Menschen und vor allem dem Stier.

Auch habe Dresel das Gefühl gehabt, von dem Likör-Hersteller unter Druck gesetzt zu werden: „Das macht einem dann als kleines Start-up schon Angst“, sagte Dresel weiter. Trotzdem will das Unternehmen aus Stuttgart an dem Logo festhalten: „Wir werden darum kämpfen, auch wenn wir uns jetzt auf eine zivilrechtliche Klage einstellen müssen“, erklärte der Stuttgarter. Auch Jägermeister bestätigte news38.de das Vorhaben: „Wir werden das Widerspruchsverfahren beim europäischen Markenamt weiterführen und ein zivilrechtliches Verfahren vorbereiten“, so Andrea Ostheer.

Bleibt abzuwarten, wie es in dem Fall weitergeht. (jko)

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