Wolfsburg 

Wolfsburg: Erschütternder Anblick? Tiergehege kontert Kritik – „Das ist halt eine natürliche Unordnung“

So sieht es derzeit im Tiergehege Wolfsburg aus. Dieser Anblick tut einigen Wolfsburgern weh. Jetzt nehmen die Verantwortlichen  Stellung!
So sieht es derzeit im Tiergehege Wolfsburg aus. Dieser Anblick tut einigen Wolfsburgern weh. Jetzt nehmen die Verantwortlichen Stellung!
Foto: privat

Wolfsburg. Wie geht es dem Tiergehege Wolfsburg? Darüber ist zuletzt einmal mehr ein Streit entbrannt. Bei Facebook wurde ordentlich diskutiert.

news38.de hat das Tiergehege Wolfsburg mit einigen Vorwürfen konfrontiert – die Verantwortlichen schmettern sie ab!

Tiergehege Wolfsburg verteidigt sich gegen Kritik

Worum geht es? Alles begann mit einem Foto, das in einer Wolfsburger Facebook-Gruppe gepostet wurde. Darauf zu sehen: Eine mutmaßlich heruntergekommene Wiese, völlig ungepflegt. „Wir waren wirklich erschüttert, wie es dort aussieht. Das ist ein echtes Armutszeugnis für Wolfsburg“, hieß es.

Einige Facebook-User teilen diese Meinung:

  • „Ich finde es traurig, dass es so viele vergessen Orte in Wolfsburg gibt, die einmal sehr schön waren und Wolfsburgern sowie Besuchern viel Freude gemacht haben – das Tiergehege ist das beste Beispiel dafür.“
  • „Traurig alles so verkommen zu lassen.Die meisten Grünflächen sind auch total verkommen.“
  • „Ich war noch nie dort, weil ich immer davon ausgegangen bin, es ist geschlossen... Wenn man sich die Fotos anschaut, ist mein Gedanke auch nicht weit her geholt...“

Tiergehege-Vorsitzende Marianne Blisse sieht das Ganze komplett anders. Natürlich gebe es hier und da Kleinigkeiten, um die man sich noch kümmern müsse, sagt sie zu news38.de. Aber die Wiese auf dem Foto zum Beispiel sei genau so gewollt – und das Bild verzerre die Situation.

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„Wir haben Wege freigemäht, die man auf dem Foto nicht sieht. Einige Wolfsburger verstehen nicht, dass das Tiergehege ein Biotop ist. Die Wiese steht unter Naturschutz. Das ist ein Kalkboden, auf dem wir besondere Kräuter wachsen lassen.“

Fuchs reißt Enten und Gänse im Tiergehege Wolfsburg

Die untere Wiese am Teich sei jetzt tatsächlich zum ersten Mal so zugewachsen. Im Winter habe ein Fuchs sämtliche Gänse und Enten geholt, die dort sonst immer herum watschelten – bis auf eine Gans. „Daher war die Wiese frei, die Natur hatte also freien Lauf. Aber wir planen, uns schon bald neue Gänse und Enten zu holen.“

Man habe lediglich einige Gänge gefräst, alles andere habe man bewusst stehengelassen. „Das ist halt eine natürliche Unordnung. Wenn wir wieder Gänse und Enten haben, wird es nicht lange dauern und die Wiese ist wieder kahlgefressen.“ So lange würden die Besucher also noch etwas „gegängelt“.

Die obere Wiese solle schon länger nicht mehr so von den Besuchern betreten werden, es handle sich um eine Schmetterlings-Wiese. Nur Kinder könnten hier die Natur erleben.

Durch Totholzhecken ringsrum habe man außerdem Flora und Fauna etwas Schutz gegeben. „So kraxeln die Besucher nicht mehr in die Hänge. Und jetzt haben wir wieder Waldorchideen, außerdem können die Enten in Ruhe brüten“, so Blisse.

Generell bestätigten das Veterinäramt sowie die Tierärzte dem Tiergehege immer wieder, dass alles in gutem Zustand sei. „Die Tiere können hier super gut leben. Wir halten uns an alle Regeln.“

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Einzig der Weg zum Tiergehege sei in schlechtem Zustand und müsse mal wieder erneuert werden, obwohl das erst Anfang 2019 gemacht worden sei. „Die Natur hat vieles schon wieder weggespült.“

Arbeitseinsätze im Tiergehege Wolfsburg ausgefallen

Durch die Corona-Pandemie seien auch die regelmäßigen Arbeitseinsätze weggefallen, wo Freiwillige mit anpackten. „Wir sind jetzt eineinhalb Jahre allein durch die Gegend gekrochen. Es dauert halt alles etwas länger. Wir hoffen aber, dass wir die Einsätze bald wieder anmelden können.“

Immerhin habe das Tiergehege jetzt auch wieder bis 17.30 Uhr geöffnet. Besucher kämen reichlich wieder. „Unsere Spendenkasse ist rappelvoll, das freut uns sehr!“

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Außerdem habe es seit dem ersten Lockdown mehrere Spendenaktionen gegeben, die das Tiergehege durch die Zwangspause gebracht hätten. „Es waren auch Großspenden dabei, die uns sehr weitergeholfen haben. Zum Beispiel von Firmen und Vereinen.“

Geplant seien zum Beispiel neue Volieren. „Die Vogelgrippe, die ja neben der Corona-Pandemie auch noch dazu kam, hat uns gezeigt, dass wir die brauchen“, sagt Blisse.

Das ist das Tiergehege Wolfsburg:

  • Sauerbruchstraße, 38440 Wolfsburg
  • von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet
  • Eintritt ist frei
  • mehr als 30 Tierarten, rund 160 Tiere
  • in Eigenregie ehrenamtlich betrieben
  • www.tiergehege-wolfsburg.de

Wenn du dem Tiergehege Wolfsburg auch helfen möchtest, kannst du bei deinem nächsten Besuch Geld in die Spendenkasse werfen oder Futterspenden da lassen, zum Beispiel Salat oder Möhren. Oder du kommst mal zum Arbeitseinsatz vorbei. (ck)