Harz 

Harz: Kälte-Drama! Demenzkranke Frau (81) erfriert vorm Pflegeheim – Obduktionsergebnis liegt vor

Blick auf den Eingang und das Hauptgebäude der Senioren-Residenz "Alloheim". Hier starb die demenzkranke Frau.
Blick auf den Eingang und das Hauptgebäude der Senioren-Residenz "Alloheim". Hier starb die demenzkranke Frau.
Foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner

Herzberg am Harz. Das macht einfach nur traurig! Eine demente Seniorin aus dem Harz wollte eigentlich nur ihre Schwester besuchen – doch bei ihr kam sie nie an...

Sie erfror vor ihrem eigenen Pflegeheim in Herzberg im Harz. Die Staatsanwaltschaft hat die Obduktion anberaumt.

Harz: Keine geschlossene Einrichtung

Die 81-Jährige wollte am späten Samstagabend ihre Schwester besuchen. Die wohnt jedoch 240 Kilometer entfernt, wie die „Bild“. Deshalb verließ sie ihr Zimmer im Pflegeheim „Alloheim“ in Herzberg.

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Das Fatale: Die Seniorin litt an Demenz und galt als orientierungslos, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen news38.de erklärt. Auf dem Flur soll die 81-Jährige noch einer Nachtschwester begegnet sein, die sie zurück ins Bett schickte. Doch sie ging trotzdem weiter.

„Bei der Einrichtung handelt es sich nicht um eine geschlossene. Den Bewohnern stand es frei, das Heim eigenständig zu verlassen“, so der Sprecher.

Harz: Frau nimmt den Notausgang

Durch den Notausgang soll die Frau aus dem Harz die Einrichtung dann verlassen haben. Der befindet sich direkt neben ihrem Zimmer – und lässt sich von außen nicht öffnen. Offenbar fand die 81-Jährige nicht mehr zurück ins Warme.

Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr fand man dann ihre Leiche. Besonders tragisch: Der Haupteingang mit einer Klingel war nur wenige Meter von ihr entfernt. Doch die demente Frau fand den Weg wohl wegen ihrer Krankheit nicht.

Bei etwa -17 Grad starb die Frau vor dem Pflegeheim im Harz. Die Nichte der Seniorin klagt an: „Meine Tante war zwar dement, aber sehr gesund. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie qualvoll sie in der Kälte gestorben sein muss.“

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Harz: Leiche wird am Mittwoch obduziert

Sie fragt sich, warum niemand ihr Verschwinden bemerkte. Ein „Alloheim“-Sprecher erklärte gegenüber „Bild“: „Abends und nachts gibt es mehrere Rundgänge. Es ist eine offene Einrichtung, verfügt also nicht über einen geschlossenen Demenzbereich. Die Notausgangstüren sind gemäß der behördlichen Abnahme teilweise alarmgesichert, dürfen aber aus Brandschutzgründen nicht verschlossen sein.“

Das Pflegeheim teilt gegenüber news38.de außerdem mit: „Alloheim bedauert dieses tragische Unglück außerordentlich. Unsere Einrichtungsleiterin hat der Familie gegenüber bereits ihre tiefe Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Unser stilles Gedenken gilt der Verstorbenen, wir fühlen mit ihren Angehörigen.“

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„Wir haben die Ermittlungen aufgenommen. Wir stellen uns jetzt die Fragen: Ist jemand schuld an dem Tod der Frau und hätte er verhindert werden können“, so der Staatsanwaltschaft-Sprecher zu news38.de.

„Grundsätzlich sind demenziell fortschreitende Erkrankungen in der auf die Zukunft ausgerichteten Gefährdungsanalyse sehr schwierig einzuschätzen“, so ein Sprecher von Alloheim in Herzberg im Harz.

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Die Leiche der 81-Jährigen aus dem Harz wird an diesem Mittwoch obduziert. Ist die demente Frau tatsächlich vor dem Heim erfroren oder liegt eine andere Ursache vor?

Am Nachmittag lag das Obduktionsergebnis der Frau aus dem Harz vor. „Sie ist an einer Unterkühlung in Verbindung mit einem schwachen Herzen verstorben“, teilt der Sprecher auf Anfrage mit.

Der Todeszeitpunkt soll zwischen 1 und 6 Uhr morgens gewesen sein. Durch ihr Alter und einem schwachen Kreislauf konnte die 81-Jährige der Kälte nicht viel entgegensetzen. (ldi)