Niedersachsen 

Hannover: Bahlsen benennt Kekssorte „Afrika“ um – neues Verpackungsdetail ruft Verbraucherschützer auf den Plan

Die Firma Bahlsen aus Hannover nennt beliebte Kekse um. (Symbolbild)
Die Firma Bahlsen aus Hannover nennt beliebte Kekse um. (Symbolbild)
Foto: picture alliance / dpa | Julian Stratenschulte

Hannover. Kekshersteller Bahlsen aus Hannover zieht die Reißleine!

Nach einer Rassismus-Debatte in sozialen Netzwerken hat Bahlsen jetzt tatsächlich eine Waffel umbenannt.

Hannover: Bahlsen benennt „Afrika“-Kekse um

Im Rahmen eines Relaunches sei der Name des Produkts „Afrika“ in „Perpetum“ geändert worden, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. Die neuen Produkte sind demnach seit Juni im Handel. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Umbenennung berichtet.

+++ Alex Bahlsen (†61): Keks-Erbe bei Flugzeugabsturz in Kanada ums Leben gekommen +++

In dem betroffenen Fall sei festgestellt worden, dass der eigentliche Grund für die Namensgebung vor über 60 Jahren – nämlich der Bezug zum Rohstoff Kakao der in einigen afrikanischen Ländern angebaut wird – heute nicht mehr wahrgenommen werde, teilte das Unternehmen aus Hannover mit. Teilweise seien sehr negative Assoziationen hervorgerufen worden. „Aus diesen Gründen haben wir uns für die Umbenennung entschieden“, sagte der Bahlsen-Sprecher.

Der neue Waffel-Name ist nach Konzernangaben vom lateinischen Adjektiv „perpetuus“ abgeleitet, was sich mit „beständig“ ins Deutsche übersetzen lässt. Im Frühjahr 2020 hatten sich einige Anwender in den Kommentaren zu einem Bahlsen-Bild bei Instagram über den Namen beschwert.

+++ Bis Bahlsen pleite ist – SO wollen Menschenrechtler den Keks-Riesen ruinieren +++

Hannover: Bahlsen distanziert sich von Rassismus-Vorwürfen

Daraufhin reagierte Bahlsen zunächst schriftlich: „Aus euren Kommentaren haben wir unterschiedliche Meinungen herausgelesen. Einige assoziieren den Produktnamen mit Rassismus, während andere die Diskussion um den Produktnamen nicht nachvollziehen können und finden, dass genau dieses Schubladendenken Rassismus fördert.“

---------------------

Mehr Themen:

---------------------

Man habe das Produkt vor 60 Jahren ins Leben gerufen – „und damals wie heute lagen uns rassistische Gedanken mehr als fern. Um zu vermeiden, dass unser Produkt Assoziationen mit Rassismus hervorruft, arbeiten wir bereits an einer Umbenennung“, hieß es aus Hannover. Gesagt, getan. >> Bahlsen erntet Shitstorm wegen dieses Produkts – und knickt ein

Was den Fans aber etwas auf den Keks gehen dürfte: Bahlsen hat mit dem Relaunch nicht nur den Namen der Waffeln verändert, sondern auch das Gewicht. Statt wie bisher 130 Gramm wiegt die neue Packung nur noch 97 Gramm.

Diese Mogelpackung ist auch der Verbraucherzentrale Hamburg aufgefallen. Bei geringerem Gewicht blieb der Verkaufspreis der Gleiche: 1,99 Euro. „Wir finden das wirklich dreist, denn an der Rezeptur hat sich laut Zutatenliste und Nährwerttabelle nichts geändert“, schreiben die Verbraucherschützer in einem Facebook-Post.

Die Packung sei gleich groß geblieben, die Anzahl der Waffeln auch. „Auf den ersten Blick scheint also alles in Ordnung zu sein. Doch die einzelne Waffel ist kleiner geworden. So führt man seine Kundinnen und Kunden hinters Licht.“(dpa/ck)