Salzgitter 

Salzgitter: „Cold Case“ Ingrid B. – Ehemann erneut vernommen! Wird die Suche nun abgebrochen?

Experten suchten nach der Leiche von Ingrid B. aus Salzgitter. Langsam wird wieder eingepackt.
Experten suchten nach der Leiche von Ingrid B. aus Salzgitter. Langsam wird wieder eingepackt.
Foto: Rudi Karliczek

Salzgitter. Es ist wohl die Frage, die sich in Salzgitter aktuell jeder stellt: Klärt sich nach fast 30 Jahren endlich ein „Cold Case“ auf?

Seit Dienstag läuft eine großangelegte Suchaktion in Salzgitter. Die Ermittler haben seit dem Donnerstagmorgen vor allem Gebäude in Gebhardshagen und Gustedt ins Visier genommen.

Salzgitter: Wird dieser Cold Case jetzt aufgeklärt?

Es war der 1. Februar 1992, als Ingrid B. gemeinsam mit ihrem Ehemann auf einer Feier eines örtlichen Vereins in Gebhardshagen war. Gegen Mitternacht machte sie sich damals auf den Heimweg. Am Tag darauf soll sie das gemeinsame Haus verlassen haben – seither gilt sie als vermisst.

Ihr Ehemann hatte sich damals bei der Polizei gemeldet. Inzwischen wohnt er nicht mehr in Gebhardshagen, sondern in einem anderen Ort.

+++ Kreis Peine: „Cold Case“ aus Edemissen! Ermittler nehmen Arbeit wieder auf – wer erschoss Artur L.? +++

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Das sind „Cold Case“-Fälle:

  • darunter werden im allgemeinen Kriminalfälle verstanden, die bisher nicht aufgeklärt wurden
  • in Deutschland steht der Begriff vor allem für Ermittlungen nach Tötungsdelikten, die ergebnislos verlaufen sind
  • In Deutschland gibt es jetzt ein neues Konzept, durch das mehr Fälle aufgeklärt werden sollen, alles dazu liest du hier >>>>

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Im Jahr 1994 wurde der Fall noch einmal von Ermittlern aufgenommen, allerdings ohne Ergebnis. Doch jetzt scheint Bewegung in den „Cold Case“ zu kommen. Im vergangenen Jahr haben die Staatsanwaltschaft Braunschweig und die Ermittlungsgruppe Cold Cases die Ermittlungen wieder aufgenommen.

„Wir setzen bei der Suche nach ihr eine neue Sonar-Technik ein. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, auch im Erdreich oder in der Bausubstanz nach möglichen Veränderungen zu suchen und diese zu lokalisieren“, sagte Salzgitters Pressesprecher Matthias Pintak zu news38.de. Unter anderem sei auch eine Badewanne aus dem Haus in Gebhardshagen entfernt worden, damit das Gerät darunter suchen kann.

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Auch ein spezieller Radlader der Polizei ist vor Ort. Bis zum Nachmittag wurde er laut Pintak aber noch nicht eingesetzt. Anders dagegen Spürhunde – sie waren am Dienstag mit ihren Spürnasen im Einsatz.

Nach Informationen von news38.de hatten Nachbarn der Polizei Hinweise gegeben. Demnach soll eine Garage oder eine Terrasse umgebaut worden sein. „Wir sind dankbar für diese Hinweise. Natürlich werden auch diese Bereiche sequenziell mit der neuen Technik abgesucht“, so Pintak.

Pintak zufolge ist auch noch gar nicht klar, ob es sich im Fall Ingrid B. um ein Tötungsdelikt handelt – „hierzu laufen die Ermittlungen, da müssen wir das Ergebnis abwarten“.

Salzgitter: Wird Suchaktion abgebrochen?

Wie Hans Christian Wolters, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, auf Anfrage von news38.de am Donnerstag mitteilt, wurde der Ehemann von Ingrid B. aus Salzgitter erneut vernommen. Dabei gab es keine neuen Erkenntnisse. Er beteuert weiterhin, nichts mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun gehabt zu haben.

Das Haus, indem das Ehepaar wohnte, hat inzwischen neue Besitzer. Dennoch nutzt der Ehemann den Keller weiterhin für die Unterbringung einiger Gegenstände. „Auch den haben wir durchsucht und konnten keine Hinweise zu dem Fall finden.“

Die Suche nach der Leiche von Ingrid B. neigt sich dem Ende zu. An diesem Donnerstag sollen weitere Freiflächen um das Haus untersucht werden. Witterungsbedingt könnten sich die Arbeiten aber noch bis zum nächsten Tag hinziehen.

Bisher wurden keine Anhaltspunkte über den Verbleib von Ingrid B. aus Salzgitter gefunden. Auch sind keine neuen Hinweise eingegangen. „Wenn wir die Arbeiten abgeschlossen und nichts gefunden haben, werden die Ermittlungen beendet und das Verfahren eingestellt.“ Erste Zelte sollen schon abgebaut worden sein. (abr/ck/ldi/dpa)