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VW: ID.3, Corona legt Bänder still, Jahresbonus – das war das Volkswagen-Jahr 2020

Schichtende: VW-Mitarbeiter kommen aus dem Werk – 2020 mit mehr Abstand.
Schichtende: VW-Mitarbeiter kommen aus dem Werk – 2020 mit mehr Abstand.
Foto: imago images / regios24

Wolfsburg. 2020 – was für ein Jahr! Auch für VW und seine mehr als 600.000 Mitarbeiter war es kein Jahr wie jedes andere...

Beim Volkswagen Konzern gab es wegen der Corona-Pandemie viele Tiefschläge. Aber es gab auch einige Lichtblicke bei VW. Wir fassen das Jahr 2020 für VW mal ganz subjektiv zusammen.

VW: Corona zwingt Produktion in die Knie

Den heftigsten Nackenschlag gab es für den Konzern im März. Coronabedingt stoppte der Konzern seine Bänder. Die Produktion bei VW ruhte teils wochenlang. Volkswagen meldete Kurzarbeit an. Welchen milliardenschweren Schaden Covid-19 bei VW verursacht hat, lässt sich wohl erst nach der Pandemie beziffern.

Am Stammwerk Wolfsburg sendete VW seinen Mitarbeitern eine Botschaft per Licht-Installation. Im April verwandelte sich das Konzernlogo am Kraftwerk in eine Art Pac-Man und machte dann Jagd auf das Coronavirus.

Lichtshow am VW-Werk:

VW bekämpfte das Virus aber auch aktiv; der Konzern besorgte Hunderttausende Schutzmasken für die Belegschaft, zwei Mitarbeiterinnen nähten Masken aus alten Werkschutz-Uniformen. Außerdem stellte Volkswagen eigene Test-Container auf. Zu gern würde man sogar ein hauseigenes Impfzentrum starten.

Auch im Dezember musste VW die Produktion in mehreren Werken teilweise stoppen – Grund war ein Engpass bei den Zulieferern. Gleichzeitig verlängerte Volkswagen die Betriebsruhe sowie die Kurzarbeit.

VW startet mit dem ID.3 durch

Im September war es dann endlich so weit. VW übergab den ersten ID.3 an einen Kunden. „Eine neue Ära hat begonnen“, hieß es damals.

Vor allem ein Land in Europa fährt seitdem voll auf den ersten Stromer aus dem VW-Werk Zwickau ab: Norwegen. Ein ID.3-Fahrer schwärmte vor allem vom LED-Matrix Scheinwerfer. Für einen anderen wurde seine erste Fahrt zur echten Herausforderung...

Zum Jahresanfang soll auch der ID.4 offiziell in den Verkauf gehen. Auf den Straßen rund um Wolfsburg ist das E-SUV schon länger unterwegs. Sogar Rockstar Peter Maffay wurde darin gesichtet.

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Von anderen Zukunftsmodellen des Wolfsburger Autobauers sickerten im Jahr 2020 wiederum erste Infos durch. Auch Fotos von Erlkönigen tauchten im Netz auf, zum Beispiel vom Arteon-Shootingbrake und dem Nobel-Bruder des ID.4, der auf dem Nürburgring seine Runden drehte.

Corona und Camping: VW landet Volltreffer

Durch die Corona-Pandemie wuchs das Interesse an Camping. Da landete VW im Sommer mit seinem Mini Camper einen Volltreffer. Für Begeisterung sorgten auch der neue T-Roc als Cabrio und auch der neue Golf R, der mit 300 PS daherkommt.

Von anderen Modellen verabschiedet sich der Konzern; so soll für den einst so beliebten VW Passat bald Schluss ein. Auch der Touran und der Sharan stehen vor dem Aus. Andere Modelle haben es erst gar nicht zur Serie geschafft, darunter ein elektrisches Spaßauto: Der ID Buggy.

Zudem gab es im Jahr 2020 mehrere Rückrufe bei VW. Beim Tiguan hatte der Konzern dabei eine eher ungewöhnliche Bitte an die betroffenen Kunden. Sie sollten einen Selbsttest machen.

Außergewöhnlich war auch ein Golf- und Passat-Rückruf. Er kam erst nach mehr als 20 Jahren...

VW Golf 8: Rassistischer Werbespot?

Richtig Ärger hatte Volkswagen zudem wegen eines Werbespots für den Golf 8. Im Juni hagelte es Rassismus-Vorwürfe. VW gab daraufhin einige Fehler zu und gelobte Besserung. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, er schäme sich für den umstrittenen Clip.

Auch TV-Satiriker Jan Böhmermann nahm sich den Volkswagen-Konzern zur Brust. Seine derbe VW-Schelte sorgte im November bundesweit für Schlagzeilen.

Traurige Schicksale 2020

Einen menschlichen Tiefpunkt erlebte VW im August. Ein mutmaßlicher Maulwurf, der brisante Interna weitergegeben haben soll, nahm sich im Landkreis Helmstedt das Leben. Er verbrannte in seinem Auto. Einen schweren Arbeitsunfall gab es im Februar im Wolfsburger Werk. Ein Logistiker erlitt schwere Rückenverletzungen.

Mitarbeiter freuen sich über fetten Bonus

Positiv dagegen war aus Mitarbeiter-Sicht die Jahresprämie. Im März war klar, dass die Beschäftigten der Volkswagen AG einen Bonus von fast 5.000 Euro bekommen. 200 Euro mehr als im Vorjahr. Die Freude war entsprechend groß – und die Neid-Debatte eröffnet...

VW-Currywurst wird zum Politikum

Und dann ging es 2020 bei VW auch wieder mal um die Wurst. Nicht nur, dass Mitarbeiter verbotenerweise mitten im Werk eine Grill-Session starteten und so die Produktion teilweise lahmlegten...

Vielmehr waren einige Mitarbeiter frustriert, weil der Konzern die beliebte VW Currywurst nur noch einmal wöchentlich in den Kantinen anbieten wollte. Der Betriebsrat schaltete sich ein – und siehe da: Jetzt soll es die Currywurst wieder öfter geben.